Standortgespräche führen

Stichwörter:

  • Auswertungen von Zielvereinbarungen
  • PSA spricht schwierige Umstände an und klärt diese
  • Bereichsübergreifendes Gespräch wird geführt. (interdisziplinäre Zusammenarbeit)
  • Grundsätzlich sind Vertreter aus allen Bereichen, welche mit dem Klienten zusammenarbeiten anwesend
  • Standort wird besprochen/bestimmt (Selbsteinschätzung, Fremdeinschätzung)
  • Sozialarbeiterin hilft dem Klienten, seine Erwartungen und Ziele zu klären
  • Allfällige Probleme/Diskrepanzen werden besprochen
  • Entwicklungsbedarf wird besprochen/bestimmt
  • Gemeinsame realistische Ziele werden aufgestellt
  • Gemeinsame Lösungserarbeitung
  • Gemeinsam definieren sie die Zusamenarbeit und die Verantwortlichkeiten

5.1      Erklärungswissen – Warum handeln die Personen in der Situation so?

  • Bandura hat 1977 das Konzept der Selbstwirksamkeit entwickelt. In dem zeigt er auf, wie unterschiedlich jeder Mensch die eigenen Kompetenzen einschätzt, die zur Bewältigung von Herausforderungen im täglichen Leben zur Verfügung stehen (vgl. Otto/ Thiersch: 2011: 323)

 

5.2      Interventionswissen – Wie kann ich als professionelle Fachperson handeln?

  • Voraussetzung für gelingende Kommunikation eine stabile, positive Beziehung
  • Rogers: gegenseitig spürbare Authentizität (Kongruenz), Offenheit, Wertschätzung und Anerkennung (vgl. Weinberger 2011: 22)
  • Nach Widulle ist in einem kritisch-konfrontativen Gespräch die Bestimmung des Kontexts wichtig: Um was geht es im Gespräch überhaupt?  Der Kontext – Klärung der Zielvereinbarungen – ist somit schon von Anfang an klar definiert. (vgl. Widulle 2011: 220f.)
  • Aus der Beratung ist bekannt, dass offene Fragen zu Beginn wichtig für den weiteren Verlauf eines Gespräches sind. Durch offene Fragen soll der Gesprächspartner zur Selbstexploration animiert werden. Heisst, dass dem Gesprächspartner mit offenen Fragen Raum geboten wird, um eine aktive, offene Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben zu führen und eigene Empfindungen benennen zu können.

 

5.5      Fähigkeiten – Was muss ich als professionelle Fachperson können?

  • Die Fähigkeit schwierige Gespräche zu führen und sich dabei bewusst zu werden, dass das Anbringen von Kritik und die Konfrontation einer Klientin mit ihren Problemen, viele Gefühle auslöst.
  • Die Fähigkeit mit Zielvereinbarungen zu arbeiten und sich in einem Hilfeprozess daran zu orientieren, was sich die Klientin/ der Klient selbst vorgenommen hat.
  • Aber auch die Fähigkeit, Grenzen der Gesprächsführung zu akzeptieren und zu ertragen, dass nicht jedes Gespräch den gewünschten Verlauf nimmt.
  • Sich und das eigene Verhalten im Nachhinein hinterfragen zu können.

 

5.7      Wertewissen – Woraufhin richte ich mein Handeln aus? Welches sind die zentralen Werte in dieser Situation, die ich als handelnde Fachperson berücksichtigen will?

  • Die Professionellen der Sozialen Arbeit achten den Datenschutz und die Privatsphäre der Jugendlichen. „Die Professionellen der Sozialen Arbeit gehen sorgfältig mit Personendaten um. Datenschutz und Schweigepflicht sind für sie von hoher Priorität. Mit der Anzeige- und der Zeugnispflicht gehen sie zurückhaltend um.“ Die Professionellen der Sozialen Arbeit arbeiten zudem mit dem Grundsatz der Achtung und Wertschätzung. Kein Jugendlicher der Wohngruppe wird aufgrund seines Störungsbildes und Verhaltens diskriminiert und/oder benachteiligt. Die Professionellen der Sozialen Arbeit wissen um den Wert der Kooperation. Sie tun ihr Möglichstes, dass den Jugendlichen ein optimales Hilfeangebot zur Verfügung steht. Dafür sorgen sie sich um eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Die Professionellen der Sozialen Arbeit kooperieren im Hinblick auf die Lösung komplexer Probleme interdisziplinär und setzen sich dafür ein, dass Situationen möglichst umfassend und transdisziplinär in ihren Wechselwirkungen analysiert, bewertet und bearbeitet werden können.“ Quelle: http://www.avenirsocial.ch/cm_data/Do_Berufskodex_Web_D_gesch.pdf
  • Die Selbstbestimmung der Klientin wird gewahrt, in dem die Professionellen das verweigernde Verhalten der Klientin als bewusste Entscheidung deuten.
  • Der Klientin wird der Ernst der Lage klargemacht, ohne sie in ihrer Person abzuwerten. Nicht die Person, sondern das Verhalten wird thematisiert.
  • Die Professionellen haben den Anspruch, mit ihren Fragen die Klientin in das Gespräch einzubinden und initiieren dadurch Partizipation und Kooperation.
  • Durch klare Ansagen wird der Klientin der Rahmen (Kontext) transparent gemacht.
  • Otto, Hans-Uwe/Thiersch, Hans (2011). Handbuch Soziale Arbeit. 4.Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag.
  • Weinberger, Sabine (2011). Klientenzentrierte Gesprächsführung. Lern- und Praxisanleitung für psychosoziale Berufe. 13.Auflage. Weinheim/München: Juventa Verlag.
  • Widulle, Wolfgang (2011). Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Grundlagen und Gestaltungshilfen. 1.Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

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