Kritische Situationen begleiten

Stichwörter:

  • Klient ist in einer Situation, die ihn überfordert.
  • Die Klientin wendet ein für sie früher erfolgreiches Verhaltensmuster an.
  • Die Klientin fühlt sich hilflos und fremdbestimmt.
  • Die Klientin hat Angst vor dem was kommt.
  • Die Klientin wehrt sich gegen das Gegebene.
  • Die Situation trifft unerwartet und plötzlich ein.
  • Sofortige Reaktion von PSA ist erforderlich.
  • Private Probleme/Angelegenheiten des Klienten sind an der aktuellen Situation beteiligt und müssen beachtet werden.
  • Die Professionelle der Sozialen Arbeit (PSA) ist körperlich sehr involviert.
  • In der Situation steckt ein grosses Steigerungspotential.
  • Die Professionelle der Sozialen Arbeit weiss um die Not der Klientin und handelt in Voraussicht auf die Zukunft.
  • Der Professionellen der Sozialen Arbeit ist es wichtig die Klientin zu beruhigen und zu schützen.

5.1      Erklärungswissen – Warum handeln die Personen in der Situation so?

Warum ist der Klient so gestresst?

  • Die psychologische Stressforschung zeigt, dass Stress dann eintritt, wenn das verfügbare Bewältigungspotenzial eines Menschen für gewisse Anforderungen nicht ausreicht. Anforderungen können als Stressoren oder Stressauslöser bezeichnet werden. Dazu gehören allgemein ausgedrückt, Entwicklungsaufgaben, kritische Lebensereignisse und Alltagsstressoren. Wenn ein Jugendlicher mit stressauslösenden Faktoren konfrontiert wird, und nicht in der Lage ist, adäquat darauf zu reagieren, kann dies zur Bildung von Stresssymptomen führen. Die Stressreaktion spielt sich auf körperlicher oder emotionaler Ebene, in Gedanken, sowie im Verhalten ab. Das heisst in Stresssituationen enthält jeder dieser Bereiche typische Veränderungen (vgl. Hebold 2004: 83). In der beschriebenen Situation erhält der Klient ein unerfreuliches Telefonat, welches bei ihm Stress auslöst, er weiss nicht, wie er adäquat darauf reagieren kann und ist deshalb gestresst.
  • Das Transaktionale Stressmodell von Lazarus sieht Stresssituationen als komplexe Wechselwirkungsprozesse zwischen den Anforderungen der Situation und der handelnden Person. Hierbei ist die subjektive Bewertung durch den Betroffenen von Bedeutung. Situationen können nach Lazarus als positiv, irrelevant oder potenziell gefährlich (stressend) bewertet werden, als Herausforderung, als Bedrohung oder als Schädigung/Verlust. Der Umgang mit dem Stress wird als Coping bezeichnet was sich in verschiedenen Verhaltensweisen äussern kann (Aggression, Flucht, Verhaltensalternativen, Verleugnung der Situation). Mit der Zeit lernt die betroffene Person über Rückmeldungen mögliche Bewältigungsstrategien selektiv einzusetzen. Lazarus unterscheidet drei Arten von Stressbewältigung (Coping). Problemorientiertes Coping: K versucht durch Informationssuche, direkte Handlungen oder auch durch Unterlassen von Handlungen Problemsituationen zu überwinden oder sich den Gegebenheiten anzupassen. Emotionsorientiertes Coping: Es wird in erster Linie versucht, die durch die Situation entstandene emotionale Erregung abzubauen. Bewertungsorientiertes Coping: Die Stresssituation wird neu bewertet. Das Ziel ist es eine Belastung eher als Herausforderung zu sehen.
  • Nach der Theorie von U. Bronfenbrenner betrachtet man den Mensch und seine Umwelt als Gesamtsystem, welches in fünf Systeme unterteilt ist, die in einer Wechselwirkung zueinander stehen (vgl. Bronfenbrenner in Flammer 2005: 203- 215). Systemökologisches Entwicklungskonzept: Für Bronfenbrenner entwickelt sich der Mensch in engem Kontext zu seiner Umwelt. Die Umwelt ist, laut ihm, ein Satz ineinander geschachtelter Strukturen, die er als Mikro-, Meso-, Exo- und Makrosystem bezeichnet. Zwischen den Personen bestehen Wechselwirkungen. Im vorliegenden Fall darf die Beeinflussung der Klientin durch ihr Exosystem nicht vernachlässigt werden. Ein Mensch entwickelt sich in ökologischen Übergängen, wobei es wichtig ist, dass diese gut gelingen. Die Klientin steckt zurzeit mitten in einem Übergang, wo sie sich einen neuen Lebensbereich, mit neuen Rollen aneignen muss.  (Flammer A. 2004; 203ff)
  • Nach J. Bowbly kann ein Kind später besser mit Stress und Niederlagen umgehen, wenn es eine sichere Bindung zu seiner Bezugsperson aufbauen kann. Es weiss, wo es Hilfe und Unterstützung holen kann. Übertragen auf die beschriebene Situation hat dies folgendes zu bedeuten: Es ist bekannt, dass die Eltern vom Klient früher stark drogenabhängig waren. Mutter sowie Vater waren während der Entwicklung vom Klienten zu stark mit sich selbst beschäftigt und demnach nur bedingt fähig, für den Jugendlichen zu sorgen. Wenn er eine feste und sichere Bindung zu einer Bezugsperson hätte aufbauen können, hätte das seine Persönlichkeit gestärkt und gefestigt. Da der Jugendliche keine sichere Bindung aufbauen konnte, reagiert er bei Niederlagen und schlechten Nachrichten mit Stress, wird aus der Bahn geworfen und weiss nicht mehr, wie er handeln soll (vgl. http://www.kindergartenpaedagogik.de/1722.html). John Bowlbys Bindungstheorie ist der Auffassung, dass frühkindliche Erlebnisse ein Schlüssel zur Erklärung der gesamten weiteren Entwicklung eines Menschen sind. Mit der Bindungstheorie erläutert Bowlby wie durch allgemeine Trennungs- und Verlusterfahrungen Emotionen wie Angst, Wut, Depression etc. entstehen können. Die frühkindlichen Bindungen wie zum Beispiel jene zu den Eltern, werden gewöhnlich durch weitere Bindungen ergänzt und in nur sehr seltenen Fällen ersetzt. Intensivste Emotionen stehen in Zusammenhang mit unseren Bindungsbeziehungen. Gefühle der Freude werden durch die Erneuerung einer Bindung ausgelöst. Gefühle der Sicherheit begleiten eine aufrecht erhaltene Bindung. Wut, Angst und Kummer gehören zum drohenden oder tatsächlichen Verlust einer Bindung. Je mehr Erlebnisse mit einer Person geteilt werden, desto tiefer wird die Bindung an diese Person – diejenige Person, die sich hauptsächlich um die Bedürfnisse des Kindes kümmert, wird zur Hauptbindungsfigur werden. In der Regel die Mutter. Das Kind kehrt zur Mutter oder zu anderen Bindungsfiguren zurück, wenn es müde wird oder Angst hat. Der Kontakt zur Bindungsfigur wird aber die ganze Zeit auf je verschiedene Arten aufrechterhalten und bei Entfernung dieser Person werden spezifische Muster angewendet.
  • Die Sozialisationstheorie nach Hurrelmann bietet einen Erklärungshintergrund dafür, wie sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten. Die Individualität eines Menschen entwickelt sich durch seine genetischen Anlagen einerseits und Umweltbedingungen andererseits. Für eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung ist eine den individuellen Anlagen angemessene soziale und materielle Umwelt zentral. Vor allem die Familie wird als wichtige Sozialisationsinstanz angesehen. Die Grundstrukturen der Persönlichkeitsentwicklung werden durch den Kontakt im Elternhaus geprägt. Gestörte Familienverhältnisse können sich negativ auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirken (vgl. Hurrelmann 2006: 30). Dieses Wissen dient in der beschriebenen Situation dazu, das Verhalten und die Handlungen des Jugendlichen verstehen zu können. Die Eltern als wichtigste Sozialisationsinstanz leben getrennt und diese Situation scheint sich in gewisser Weise negativ auf die Persönlichkeitsentwicklung auszuwirken. Viele Verhaltensweisen von Kindern werden durch das Verhalten und die Erziehung der Eltern geprägt. Der Jugendliche im Beispiel scheint gar nicht zu wissen, wie er sich in bestimmten Situationen anders verhalten könnte, da er dies nie gelernt hat und es ihm nie vorgelebt wurde. Sein Stressverhalten, welches er bei Feierabend an den Tag legt, könnte damit erklärt werden.
  • Nach der Psychosozialen Entwicklungstheorie nach Erikson wird die menschliche Entwicklung in 8 Stufen eingeteilt. Er geht davon aus, dass der Mensch im Laufe seines Lebens verschiedene Konflikte bewältigen muss. Aus den überwundenen Konflikten geht er gestärkt hervor. Die Abfolge der Stufen ist von der Natur vorgegeben. Die Bewältigung obliegt allerdings dem Individuum (vgl. Erikson 1973: 56ff.). Die Themen dieser Konflikte sind immer im Menschen vorhanden, werden aber zu einer bestimmten Zeit dominant. Dann spricht Erikson von Krisen. Dabei wird ein Teilbereich bewusst und es entsteht eine besondere Verletzlichkeit (vgl. ebd.: 59ff.). Voraussetzung für eine bestimmte Stufe ist immer die Bewältigung der vorhergehenden. Wurde beispielsweise das Urvertrauen auf der ersten Stufe nicht optimal gebildet, bestehen für alle folgenden Stufen erschwerte Bedingungen, was aber nicht zwingend heisst, dass die folgenden nicht trotzdem gut bewältigt werden können.
  • Devianz (vgl. S. Lamnek): Abweichende Verhaltensweisen sind Übertretungen der gesellschaftlich gültigen Normen und Wertvorstellungen in einer bestimmten Zeit. Devianz wird durch stigmatisierte Eigenschaften, Merkmale und Verhaltensweisen, die aufgrund von Etikettierungen (Anschuldigungen) mittels sozialer Kontrolle (Nachbarn, SPA) durch Fremdzuschreibungen von einer dominanten Gruppe (Nachbarschaft) auf eine Minderheitengruppe (Heimbewohner) gefördert. Operante/instrumentelle
  • Konditionierung: Die Lerntheorie basierend auf Thorndike und Skinner geht davon aus, dass die Konsequenzen, die auf eine bestimmte Verhaltensweise folgen, über dessen zukünftiges Auftreten entscheiden. Erfolgreiches Verhalten wird demzufolge in ähnlichen Situationen wieder angewendet. Nicht erfolgreiches Verhalten kommt nicht mehr, oder weniger häufig wieder zum Vorschein. Verstärker in Skinners Sinn sind alle Reize oder Umweltreaktionen, welche ein bestimmtes Verhalten ändern können, sofern sie gleichzeitig mit der jeweiligen Situation auftreten. Skinner unterscheidet zwischen positiver bzw. negativer Verstärkung, sowie Bestrafung bzw. Löschung.

 

5.2      Interventionswissen – Wie kann ich als professionelle Fachperson handeln?

  • Gesprächsführung nach dem lösungsorientierten Ansatz:
    Natürliche Empathie: Die SP sollte sensibel auf die Gefühlswelt des Klienten eingehen können, da er der Experte seiner Lebenswelt ist. Der Klient besitzt das Wissen, welches benötigt wird, um das Problem zu lösen. Die Aussagen des Klienten sollten ganzheitlich aufgenommen werden. So können nicht nur kognitive sondern auch emotionale Aspekte aufgefasst werden. Diese ganzheitliche Wahrnehmung ermöglicht der SP eine empathische und natürliche Reaktion (vgl. de Jong & Berg, 2003: 74). Bezogen auf die beschriebene Situation wird dies gewährleistet, indem die SP die Emotionen (Trauer und Angst um den Vater) wahrnimmt und thematisiert. Der Klient kann seine Gefühlswelt der SP mitteilen, wodurch er sich beruhigen kann. b)
  • Zuhören und Schweigen: Die SP soll von ihrem eigenen Bezugsrahmen, ihren Erfahrungen und den daraus resultierenden Wertmassstäben Abstand nehmen, um dem Klienten vorurteilsfrei zuhören zu können. Die SP versucht das Gehörte aus der Perspektive des Klienten aufzunehmen, wobei sie sich auf die Sprache des Jugendlichen einlässt, und besonders subtil hinhört, wenn es um wiederkehrende Aussagen oder sogenannte ‚Schlüsselworte’ geht. ‚Schlüsselworte’ sind bevorzugt verwendete Ausdrücke, Bilder, Metaphern, die bestimmte innere kognitive und emotionale Vorgänge repräsentieren können (vgl. http://www.nla-schweiz.ch/Download/LoA_im_SP_Kontext.pdf).
  • Krisengespräche nach Wolfgang Widulle:
    Der erste Schritt im Gespräch besteht darin, die Krise anzuerkennen und das Befinden des Klienten (auch irritierende Äusserungen) zuzulassen und ernst zu nehmen; (…). Das Aussprechen von Ärger, Wut und Trauer ist dabei bereits ein erster Schritt zur inneren Distanzierung. Ein wichtiger Schritt ist hier auch die Deklaration, dass es sich um eine Krise handelt. Es ist zu klären, was für eine Krise vorliegt, wie stark der Klient und sein Umfeld betroffen sind, welche Auslöser zur Krise geführt haben und vor allem, ob das Risiko von impulsiven Handlungen, Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Die SP nimmt den Klienten ernst und nimmt sein Befinden wahr. Sie sucht das Gespräch mit ihm, damit er seine Emotionen (Wut, Ärger, Trauer) ausdrücken kann, weiter fragt die SP was genau passiert ist (vgl. Widulle Wolfgang.2012: 209ff.).
  • Lebensweltorientierung (vgl. Hans Thiersch, 1993, S. 13.). Die Professionelle der SA wirkt durch „Offenheit“ und „Neutralität“ den stigmatisierenden Anschuldigungen der anderen Partei entgegen. Ein Fazit wird erst gebildet, wenn alle Meinungen/Statements eingeholt wurden.
  • Empowerment-Konzept. Dem Klient wird Vertrauen in seine Stärken und in seine Belastbarkeit zugemutet (Herriger 1995, S. 157). Empowerment zielt auf den Abbau jeder Unmündigkeit und die Stärkung von Autonomie. Der Klient soll die „Kinderrollen“ aufgeben, seine eigenen Angelegenheiten in die Hand nehmen, seine Kompetenzen entdecken und ernst nehmen und den Wert selbst erarbeiteter Lösungen schätzen lernen. (Vgl. Metzler/Wacker 2001, S. 135).
  • Haim Omer: Das Konzept der elterlichen Präsenz setzt auf der Seite der Eltern an. Wertschätzung für beide Konfliktparteien ist jedoch die unverzichtbare Grundlage. Es geht darum, Eltern zu elterlicher Autorität ohne Gewalt zu verhelfen. Erniedrigung des Kindes soll dabei vermieden werden. Elterliche Präsenz setzt auf mindestens vier Ebenen an: in der räumlichen Dimension (ich bin anwesend), in der zeitlichen Dimension (ich nehme mir Zeit für dich), in der strukturellen Ebene (ich bringe meine Regeln als Vater/Mutter zur Geltung), auf der Beziehungsebene (ich kontrolliere und beaufsichtige mein Kind in den Bereichen in denen es notwendig ist). Verzichtet wird auf Belehrungen, Beschimpfungen, Beleidigungen, aber auch der Verzicht auf das Überzeugen wollen. Die Aktionen sind geplant und vorbereitet und werden nicht alleine durchgeführt. Es geht darum die Präsenz als Eltern deutlich zu machen.

 

 

 

5.5      Fähigkeiten – Was muss ich als professionelle Fachperson können?

  • Eigene wohlwollende, empathische und kommunikative Fähigkeiten in der Arbeit mit Klienten anwenden können. Jeder Klient wird als einzigartige und eigenständige Person betrachtet, wodurch die jeweilige Autonomie und Selbständigkeit gefördert wird. Der Klient wird bei Bedarf in jenen Bereichen unterstützt, in welchen er/sie auf Hilfe angewiesen ist. Im Kontakt mit dem Klienten wird vollumfänglich auf ihn/sie eingegangen. Ersichtlich wurde diese Fähigkeit bei der SP darin, das sie sich bewusst aus der Jugendlichenrunde zurück zieht, und den Klienten bittet, nach Beendung des Gesprächs ins Büro zu kommen. Wohlwollend, respektvoll und empathisch geht die SP auf den Jugendlichen zu.
  • Weiter die Fähigkeit, Gespräche nach Prinzipien des lösungsorientierten Ansatzes führen zu können. Hierbei verhält man sich natürlich und empathisch, wobei die Perspektive des Klienten mit einbezogen wird. Schweigen wird ausgehalten und eine für den Klienten zugängliche Sprache verwendet. Die SP bespricht die kritische Situation mit dem Klienten in einer eins zu eins Situation im Büro, wobei dem Klienten Raum gegeben wird, seine Ängste und Trauer mitzuteilen. Auch die SP äussert natürlich ihre Besorgnis um den Vater.
  • Ressourcen- und Lösungsorientiertes Arbeiten. Gemeinsam bespricht die SP mit dem Klienten, wie sie vorgehen werden. Es wird klar abgemacht, dass der Klient an diesem Abend nicht mehr ins Spital fährt, um den Vater zu besuchen, sondern dies auf den nächsten Tag verschoben wird. Aufgrund des vorgängigen Telefonats mit dem Vater des Klienten kann sich der Klient mit dieser Abmachung abfinden.
  • Die Situation erfordert viel Ruhe von der PSA.
  • Dem Kind Sicherheit und Geborgenheit vermitteln können.
  • Empathie und Einfühlungsvermögen zeigen.
  • Sich 100% auf die Situation, das Kind und den Vater konzentrieren können.
  • Dran bleiben, standhaft sein. Mitfühlen ohne Mitschwingen.

 

5.7      Wertewissen – Woraufhin richte ich mein Handeln aus? Welches sind die zentralen Werte in dieser Situation, die ich als handelnde Fachperson berücksichtigen will?

  • Werte werden in der alltäglichen Arbeit mit dem Klienten vermittelt und nahe gebracht. Respekt, Toleranz und Achtung vor dem Anderen stehen hierbei an vorderster Stelle. Neben persönlichen Gesprächen, in welchen das Wertewissen zum Ausdruck kommt, geschieht dies ebenso bei Hinweisungen auf schlechte Manieren bei Tischsituationen oder im alltäglichen Handeln bzw. Leben miteinander. Die Problematik hierbei: Unterschiedliche Werte treffen aufeinander. Dies kann zur Folge haben, dass kulturelle und herkunftsbedingte, also bereits verankerte Werte, in Frage gestellt und diskutiert werden, damit ein gemeinsames und für alle stimmiges Alltagsleben funktionieren kann.
  • Das humanistische Menschenbild besagt, dass jeder Mensch seine Qualitäten hat, welche es zu fördern gilt und besonders in kritischen Situationen hervorzuheben sind.
  • Weiter ist das Selbstbestimmungsrecht das Recht eines jeden Menschen. Die Autonomie und das Mitbestimmungsrecht eines Klienten stehen somit stets an erster Stelle.
  • Der Berufskodex/ Berufsethik besagt, dass das Selbstbestimmungsrecht der Klienten zu wahren ist. Die Klienten werden in ihrer persönlichen Art respektiert und individuell begleitet. Die Professionellen der Sozialen Arbeit sind sich ihrer Positionsmacht bewusst und gehen sorgfältig damit um.
  • Das zugehörige Menschenbild veranschaulicht somit, dass alle Menschen gleichwertig sind, dass jede Person einzigartig, wertvoll und unverwechselbar ist.
  • Schutz der anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Ich habe den Auftrag die Kinder und Jugendlichen zu schützen und sie bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
  • Die Problemlage der Klientel wird wahrgenommen und thematisiert – von der SP sowie den anderen Jugendlichen
  • Die Angst und Trauer werden wahrgenommen und finden Platz.
  • Die Bedürfnisse und Wünsche werden ausgesprochen.
  • Eine Sicherheit von der SP wird vermittelt, wodurch der Klient die kritische Situation ordnen kann.
  • Empathie wird vermittelt, ohne dass dies das Nähe-Distanz Verhältnis tangiert.
  • Durch Aufmerksamkeit und Empathie wird die Beziehung zum Klienten gestärkt, somit bleibt das Vertrauen erhalten.
  • Die eigenen Emotionen werden offen ausgesprochen.
  • Die Autonomie und Selbständigkeit werden gefördert.
  • Es wird ressourcenorientiert gehandelt.
  • Die PSA kann ihre Emotionen während dem Kontakt mit dem Klienten kontrollieren und wahrt eine Balance zwischen Nähe und Distanz.
  • Die PSA bleibt ruhig und klar in ihrer Körpersprache sowie im verbalen Ausdruck, auch wenn sie unter Stress steht oder verunsichert ist. Sie soll dem Klienten Sicherheit und Ruhe übermitteln.
  • Der Klientin wird Vertrauen, Nähe und Beziehung angeboten indem ihr Sicherheit und Präsenz, wie auch Schutz gewährt wird.
  • Die Klientin wird in Entscheidungen mit einbezogen.
  • Die Klientin wird in Stresssituationen unterstützt und kann sich beruhigen.
  • Die Klientin wird darin unterstützt sich im Rahmen der neuen Situation zurechtzufinden und sich zu integrieren und Beziehungen aufzubauen.
  • Bronfenbrenner, Uri (2005). Entwicklungstheorien. In: A. Flammer. Psychologische Theorien der menschlichen Entwicklung (3. Auflage). Bern: Hans Huber.
  • Erikson, Erik H. (1973). Identität und Lebenszyklus. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
  • FLAMMER A. (2004) Entwicklungstheorien, psychologische Theorien der menschlichen Entwicklung, 3., korrigierte Auflage, Hans Huber Verlag
  • Hebold, Gitta (2004). Stress und Stressverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen. In: Wolfgang *Schluchter / Andrea Tönjes / Stephan Elkins (Hg.). Menschenskinder! Zur Lage von Kindern in unserer Gesellschaft. Band zur Vortragsreihe des Humanökologischen Zentrums der BTU Cottbus. Cottbus: Eigenverlag. S.83 – 89.
  • Hochuli Freund, Ursula/ Stotz, Walter (2011). Kooperative Prozessgestaltung in der Sozialen Arbeit. Ein methodenintegratives Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Hurrelmann, Klaus (2006). Einführung in die Sozialisationstheorie. Weinheim/Basel: Beltz Verlag.
  • Kunz, R/ Stämpfli, A/ Tov, E (2011). Schlüsselsituationen zur Integration von Wissen – Praxis – Identität. Reader zum Kurs Fallwerkstatt “Schlüsselsituationen” im Modul Wissens- und Kompetenzintegration BA12 und BA14. FHNW, Hochschule für Soziale Arbeit.
  • MAZUR J.E. (2004) Lernen und Gedächtnis, 5., aktualisierte Auflage, Pearson Studium München ISBN 3-8273-7086-8
  • MÜLLER E. (2004) Die Bindungstheorie nach John Bowlby. Modul 3 Sommersemester 2004 FH Aargau Nordwestschweiz Departement Soziale Arbeit
  • OMER, H. & VON SCHLIPPE, A. (2010) Autorität durch Beziehung, Die Praxis des gewaltlosen Widerstands in der Erziehung, Vandenhoeck und Ruprecht, ISBN 978-3-325-49077-8 Berufskodex von avenir social: http://www.avenirsocial.ch/cm_data/Do_Berufskodex_Web_D_gesch.pdf (download 10.02.2014)
  • Widulle, Wolfgang (2012). Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Grundlagen und Gestaltungshilfen. Wiesbaden: Springer VS.

Elektronische Quellen:

  • http://www.nla-schweiz.ch/Download/LoA_im_SP_Kontext.pdf (Zugangsdatum: 5. November 2012)
  • http://www.kindergartenpaedagogik.de/1722.html (Zugangsdatum: 10. November 2012)
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Stressmodell_von_Lazarus (download 20.02.2014)
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Bindungstheorie (download 14.02.2014)
  • http://de.wikipedia.org/wiki/virginia_satir (download 14.02.2014)

Schreiben Sie einen Kommentar

Close Menu